New Wave


New Wave wurde während der späten 1970er und frühen 1980er zu der Bezeichnung für jene Musik, die auf dem Punk aufbaute, dessen Kraft und Provokationsanspruch auch bewahrte, zugleich aber den Begriff um Elektronik, Lebensart und Kunst erweiterte. 1976, in dem Geburtsjahr des Punk, entstanden auch die ersten New Wave Bands, die sich zuerst nicht nennenswert profilieren konnten. Die erste Band, die den Stil des New Wave vorweg nahm, war allerdings Roxy Music, die ihr erstes Album 1972 veröffentlichten. Erst Anfang der 1980er Jahre gab es ein "Revival" mit deutlich mehr kommerziellem Erfolg.

Musikalisch wird New Wave auch häufig als Kombination des Punks mit anderen Musikstilen bezeichnet, wie es beispielsweise bei The Police oder bei den späten Clash zu hören war. Sie vermengten Punk mit Reggae. In dieser Zeit gab es dazu auch Gegenbewegungen, die sich auf die Begegnung mit dem kommerziellen Erfolg dieser Form der Popmusik nicht einlassen wollten. Da war zum einen der harte Kern, der den Punk noch aggressiver gestaltete und deshalb mit Hardcore betitelt wurde. Eine andere Gegenbewegung nannte sich No Wave und ging vor allem von New York City aus. Hier handelte es sich um Bands, die den spielerischen Aspekt der Gattung New Wave mit der Radikalität der Punkmusik verbanden. Einige Kritiker unterscheiden zwischen poppigeren New-Wave-Band und dem aggressiveren Post Punk, doch hat sich diese Differenzierung nicht allgemein durchgesetzt.


Geschichte:

Ab Anfang der 1980er Jahre meinte man mit New Wave meist neue Rock- bzw. Popkünstler aus dem New Romantic-Umfeld, die auf Synthesizer setzten, wie z.B. The Human League ("Don't You Want Me"), Gary Numan ("Down in the Park"), Visage ("Fade to grey") oder Duran Duran ("Wild Boys"). MTV war in den frühen 80ern einer der größten Förderer dieser Art von Musik.

Die größten Boomjahre waren definitiv die Jahre 1982 und 1983. In der Zeit kamen Künstler wie Culture Club, Adam Ant, Spandau Ballet, Haircut 100, Depeche Mode und A Flock of Seagulls auf.

Es kam auch zur Herausbildung einer eigenen Jugendkultur. Diese bezeichneten sich als Waver. Waver zeichneten sich mitunter durch imposante Frisuren aus und eine besondere Kleidung. So wurden z.B. auch von Männern gerne Röcke getragen, beliebt waren auch exzentrische Hüte sowie Gehstöcke. Dabei dominierte ein hedonistisches Lebensgefühl.

Mitte der 1980er Jahre und unter dem Einfluss von erfolgreichen Bands wie The Cure entstand aus dem New Wave allmählich eine neue Richtung, der Dark Wave. Die Abkürzung "Wave" dient meist als Kurzbezeichnung für New Wave, wird aber auch für Dark Wave gebraucht. Insbesondere in der Schwarzen Szene sind einige New Wave Bands bis heute geschätzt und treten auch auf den Szenefestivals wie dem Wave-Gotik-Treffen auf.